News, Neuheiten und Presseveröffentlichungen

Bauzaunprojekt in Bocholt

Heute haben wir in Bocholt meine Installation am Bauzaun der Stadtsparkasse angebracht. Grundlage meines neuen Werkes ist das 2,80 Meter lange Leinengewebe, das ich bei der fKK - Ausstellung: Schluss.. bemalt habe. Am letzten Tag der Ausstellung durften die Besucher...

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ART OF EDEN 2018

Am 5. und 6. Mai 2018 findet die ART OF Eden im Botanischen Garten ( Schönwasserpark ) in Krefeld statt. Die Kunst- und Designausstellung kann in der Zeit von 10°° bis 19°° besucht werden. Etwa 40 Künstler, der unterschiedlichsten Genres, sind dort mit ihren Arbeiten...

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30 Jahre in Ton und Farbe

Herzlich Willkommen zum  Jubiläumswochenende am 09. und 10. September 2017 von 11-18.00 im atelier KM, Keramik und Malerei, Lönsweg 16 in Rhede.  Seit nunmehr 30 Jahren arbeitet Ingrid Dickschat-Lorenz als freischaffende Künstlerin.  Angefangen ist Sie im September...

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Westfalium extra – Kultureller Dialog

Begehbar und durchaus auch zum Anfassen sind Skulpturen wie "Durchbruch" von Norbert Jäger (r.), in der sich die Galeristin Edeltraud Haut präsentiert. Der Symbiose von Kunst und Natur kann man im Park des Mertenshofes nachspüren, in dem es überall verstreut in...

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Die Künstlerin zu Gast bei Georg Mayerhanser

Ton in der Erde gebrannt: Sehr genau nahmen es Georg Mayerhanser und Ingrid Dickschat-Lorenz bei der Vorbereitung des Erdbrandes. Foto: uk Trostberger Tagblatt vom 12.08.2009 Waldhausen: Ton in der Erde gebrannt Waldhausen (uk). Ein künstlerisches Experiment ist der...

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Sex auf Kraut ist falsch – Nürnberger Stadtanzeiger

Syl Glavion vermisst Informationen zu den Kunstwerken (oben). Werner Wagner hält die Bratwurst-Installation (Sex auf Kraut) für weniger gelungen. Fotos: Peter Romir Nürnberger Stadtanzeiger Süd vom 01.08.07 Was Südstädter über die Haltestelle Kunst denken - Viel Lob...

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NZ-Foto-Galerie

Nürnberger Zeitung vom 18.07.07 Was Südstädter über die Haltestelle Kunst denken - Viel Lob und wenig Kritik Haltestelle Kunst: Nachdem die Skulpturen in der Südstadt durch mutwillige Zerstörungen zuerst vor allem traurige Schlagzeilen machten, lockt der Kunstweg nun...

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Kunstwerke aus Keramik

Ingrid Dickschat-Lorenz in ihrem Atelier. Hier arbeitet sie gerade an der Skulpturen-Gruppe "Mit allen Sinnen". Noch sind die Figuren in zarten Pastelltönen bemalt, doch durch die Glasur und das letzte Brennen werden daraus bis zur Ausstellung kräftige Farben. (FOTO:...

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Stadtteil bietet Stellfläche

HEPHAISTOS 9/10 2003 Internationaler Skulpturenpfad, Nürnberg Mitten im Wohnviertel saßen Aluminiummenschen auf Bänken, standen stahlharte Frauen im Kreis und rostige Faltfiguren im Gras - die erste Haltestelle! Kunst begeisterte, die zweite ist in Planung Rund um das...

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Internationaler Kunst-Pfad

Künstler, die mit einer Skulptur vertreten sind, posieren beim Gruppenbild im Park des Wasserschlosses. Foto: Hippel Ein internationaler Skulpturenpfad zieht sich noch bis zum 27. Juli rund um das Nürnberger Zeltnerschloss und sorgt unter dem Titel "Haltestelle!...

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Haltestelle! Kunst

Mögeldorfer Sommer Stadtteilmagazin Sommer 2003 Haltestelle! Kunst Internationale Skulpturenausstellung Internationale Skulpturenausstellung auf der Insel des Zeltnerschlosses und im Stadtteil Der Kulturladen Zeltnerschloss initiiert diese Ausstellung vom 03.07. bis...

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Ein Treffen am „Tatort Kunst“

Ingrid Dickschat-Lorenz (li.) stellt Bilder und Keramiken aus, Gea Runte liest dazu aus eigenen Texten. Am Wochenende präsentieren sie ihr gemeinsames Projekt. Bocholter Report vom 06.11.02 Rhede. "Tatort Kunst" - so heißt ein Projekt, bei dem Künsterlinnen aus dem...

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Westfalium extra – Kultureller Dialog

Westfalium extra – Kultureller Dialog

Begehbar und durchaus auch zum Anfassen sind Skulpturen wie „Durchbruch“ von Norbert Jäger (r.), in der sich die Galeristin Edeltraud Haut präsentiert.

Der Symbiose von Kunst und Natur kann man im Park des Mertenshofes nachspüren, in dem es überall verstreut in zahlreichen Nischen auch Objekte von Ingrid Dickschat-Lorenz (Bild oben), Hans-Peter Mader (I.) oder die Stahlfigur von Walter Schneider (M.) zu entdecken gibt.

Galerie im Mertenshof, Skulpturenausstellung „Kultureller Dialog“ auf Künstlerwiese und im Skulpturenpark, 26.6. -19.7. Vernissage am 26. Juni, Beginn 12:00 Uhr, Öffnungszeiten Do, Fr, Sa und So 12:00-18:00 Uhr und nach Vereinbarung, Moorweg 77, 33378 Rheda-Wiendebrück, Tel. 05242/42842,

www.galerie-mertenshof.de

Wenn am 28. Juni im größten Skulpturenpark Ostwestfalens in der Galerie im Mertenshof in Rheda- Wiedenbrück die Sommerausstellung eröffnet wird, dann werden Mensch und Natur gemeinsam einen Ort der Inspiration geschaffen haben. Rund 200 Skulpturen von 15 Künstlern aus ganz Buropa präsentieren sich bis zum 19. Juli auf über 20.000 Quadratmetern der mehr als 1.000 Jahre alten und denkmalgeschützten Hofanlage.

Erst vor zwei Jahren hat Edeltraut Haut das Gelände um die die Hofstelle angrenzende Künstlerwiese wesentlich erweitert. Die ehemalige Weide bildet den Kontrapunkt zu dem formal gestalteten Bereich rund um Haupt- und Kötterhaus. Sie eröffnet dem Besucher die Möglichkeit, „die Skulpturen in ihrer Größe und Gewaltigkeil in der Leichtigkeit der Gräservariation zu begreifen“, sagt die Galeristin. Mit der Künstlerwiese erfahrt das Galerie-Motto „Kultureller Dialog“ eine neue Dimension. Mit ihr erweitert sich der Raum für Kunst, Künstler und Besucher, in dem man „Kunstobjekte in der Gartenkunst“ auf sich wirken lassen kann. Edeltraut Haut wird zur Vernissage am 28. Juni von 12 bis 18 Uhr zu Beginn die Künstler einführen und später Führungen übernehmen. Sie alle werden zugegen sein und nicht nur die kurze Interpretation ihrer Ausstellungsstücke übernehmen, sondern auch für Gespräche bereit stehen. In einem Zelt auf der Künstlerwiese sind außerdem Symposien und Workshops geplant.

Die ausgestellten Skulpturen sind aus den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Stein, Bronze, Glas oder auch Polyester in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und in einer den Künstler charakterisierenden Arbeits- und Darstellungsweise gearbeitet. Am Mertenshof bekommen sie den Raum, den sie brauchen, „ohne mit den anderen Skulpturen in Konkurrenz zu treten“, sagt Edeltraud Haut. Jede wirkt für sich – auf der Wiese oder in einem der nach englischer Gartenkultur und mit westfälischen Elementen gestalteten „Gartenzimmern“. Während auf der Wiese ein großräumiges Flanieren möglich ist, gibt es im Hofpark überall kleine Nischen zu entdecken, in denen unabhängig von der Ausstellung bereits regelmäßig über 100 Skulpturen ihren Platz haben. Sie kommen zwischen in Form geschnittenen Hecken oder Buchsbäumen, vor einer alten Eiche oder im mit „Weißer Annabell“ bepflanzten Blumenbeet individuell zur Geltung. Damit dies so ist, sucht Edeltraud Haut den Standort für jede einzelne Skulptur selber aus. Sie weiß am besten, an welchem Standort welche Skulptur ihre Wirkung am besten entfalten kann. Und: Die Symbiose von Kunst und Natur ist ein ständiger Prozess. „Die Kunst der Natur befruchtet die Natur der Kunst“, fasst sie zusammen.

Es gehört zum Konzept der Galeristin, bei einem Rundgang durchs Gelände immer wieder neue Blickwinkel sowie die Objekte aus immer anderen Perspektiven zu entdecken. Ihre Intention ist es, „das Spannungsverhältnis von Kunst und Natur in neuen Positionen zu schaffen“. Das übe einen sehr starken Reiz aus und inspiriere nicht selten den Besucher, der auf der Suche nach neuen Dekorationen für seinen Garten ist. Der übrigens darf die Skulpturen auch haptisch erfahren. Anfassen ist erlaubt.

Ausgestellt sind Skulpturen von Rainer Ern, Ingrid Dickschat-Lorenz, Rolf Stahr, Roland Höft, Enrico Marques, Erika Post, Norbert Jäger, Gesine Rothmund, Sundari Arlt, Manfred Webel, Odile Kinart, Hans-Peter Mader, Jürgen Heinz, Jürgen Schlestein und Peter Schwenk. Sie alle sind erfahrene Künstler mit einer guten Reputation, Edeltraut Haut weist darauf hin, dass nur qualitativ hochwertige Arbeiten ausgestellt sind. „Ich präsentiere nur lebende Künstler, weil ich sie und ihre Arbeit fördern möchte“, führt sie weiter aus. Darum greift sie bei der Auswahl auf ein Netzwerk zurück, das sich europaweit für die Förderung der dreidimensionalen Kunst einsetzt. Hier finden Bildhauer und Galeristen zusammen. „Die Künstler brauchen Zeit, um kreativ zu arbeiten und ich möchte sie dabei unterstützen, ihre Kunst in die Öffentlichkeit zu bringen“. Aus Edeltraut Haut spricht nicht nur ein besonderes Engagement, sondern auch eine Leidenschaft, wonach sie jede Ausstellung auch vor einem pädagogisch-didaktischen Hintergrund sieht. Besonders liegt ihr am Herzen, „die kulturelle Verpflichtung und Nachhaltigkeil in unserer Gesellschaft zu fördern“, sagt sie. „Cultural Responsibility“ ist für sie ein wegweisendes Stichwort. Am Mertenshof kann man dem nachspüren. Es finden auch Gruppenführungen statt, die dem Betrachter anhand der Objekte neue Blicke auf die Kunst eröffnen und sie ihm so näher bringen.

Marion Heier

Die Künstlerin zu Gast bei Georg Mayerhanser

Die Künstlerin zu Gast bei Georg Mayerhanser

Ton in der Erde gebrannt:
Sehr genau nahmen es Georg Mayerhanser
und Ingrid Dickschat-Lorenz
bei der Vorbereitung des Erdbrandes. Foto: uk

Trostberger Tagblatt vom 12.08.2009
Waldhausen: Ton in der Erde gebrannt

Waldhausen (uk). Ein künstlerisches Experiment ist der Tonkünstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz gelungen. Bei einem Besuch bei Metallkünstler Georg Mayerhanser in Waldhausen brannte sie Tongefäße, die aus Waldhausener Lehmboden gefertigt wurden, in eben diesem Boden.

„Wenn ich den Ton in den Händen halte, dann ist das so, als würde ich eine Symbiose mit diesem erdigen Material eingehen“, umschreibt die Ton- und Keramikkünstlerin und Malerin Dickschat-Lorenz aus Rhede ihre Beziehung zum Werkstoff Ton. Seit 1987 ist sie künstlerisch tätig, und ihre Werke waren schon in vielen Ländern bei Ausstellungen zu sehen. „Der Ton – die Farbe – mein Leben“ umreißt sie ihre Passion. „Das ist so wichtig wie jeder Atemzug in meinem Leben.“

Auf einer gemeinsamen Ausstellung der „Haltestelle Kunst“ in Nürnberg lernten sich der Schnaitseer Metallkünstler Mayerhanser und Dickschat-Lorenz kennen. Bei einem Besuch auf Mayerhansers Bauernhof und Atelier stellte sie die Besonderheit der lehmhaltigen Waldhauser Erde fest.

Sofort gebannt von diesem natürlichen Werkstoff, nahm die Künstlerin einiges davon mit nach Hause in ihre Werkstatt und modellierte daraus Skulpturen und Gefäße. Um dem ganzen einen besonderen Touch zu geben, kam sie jetzt zurück nach Waldhausen, um die Kunstwerke in der Erde zu brennen, aus der sie entnommen wurde.

In die rund 60 Zentimeter tiefe Grube wurden zunächst erwärmte Granitsteine gelegt. Auf Sägemehl, Zeitungsschnitzeln, Bananenschalen und Salz und grob gehäckseltem Feuerholz wurden die Werke in die Erde gestellt. Dies wurde in mehreren Schichten wiederholt. Dazu gab die Künstlerin getrocknete Bananenschalen, Salz und Backpulver. „Diese besonderen Zugaben sollen eine besondere Färbung beim Brennen geben“, erklärte sie die seltsame Zusammenstellung der Zutaten. Dann wurden Holzscheite aufgerichtet und angezündet. Nach einer guten Stunde waren diese verbrannt und glühten nach unten durch die Schichten.

Zugedeckt mit Erde brannte der Ton dann etwa sechs bis sieben Stunden. „Jetzt ist es wie Weihnachten, wenn man verpackte Geschenke öffnet,“ war auch die Künstlerin auf das Ergebnis gespannt. Und siehe da, vom Feuer fantasievoll gefärbte Werke kamen da zum Vorschein.

Sex auf Kraut ist falsch – Nürnberger Stadtanzeiger

Sex auf Kraut ist falsch – Nürnberger Stadtanzeiger

Syl Glavion vermisst Informationen zu den
Kunstwerken (oben).

Werner Wagner hält die Bratwurst-Installation
(Sex auf Kraut) für weniger gelungen.
Fotos: Peter Romir

Nürnberger Stadtanzeiger Süd vom 01.08.07

Was Südstädter über die Haltestelle Kunst denken – Viel Lob und wenig Kritik

Haltestelle Kunst: Nachdem die Skulpturen in der Südstadt durch mutwillige Zerstörungen zuerst vor allem traurige Schlagzeilen machten, lockt der Kunstweg nun immer mehr Leute zum Bummeln, Schauen und Rätseln. Auch der Stadtanzeiger folgte den gelben Fußspuren durch die Südstadt und fragte Anwohner und Passanten, was sie von der Kunstaktion im Stadtteil halten.

Mit kritischem Blick gehen Elfriede und ihr Mann entlang der mit gelben Füßen markierten Route der „Haltestelle Kunst“ und ordnen die hier aufgestellten Werke ein: „Es ist schön, wenn man versteht, was es sein soll, wie etwa bei dieser Feuersäule von Mirko Siakko-Flodin hier“, urteilt das Ehepaar aus der Südstadt. „Aber anderes hätten sie sich auch sparen können“ – sie deuten auf die abstrakte Betonstahlskulptur von Dan Richter-Levin: „Das is einfach a gaglichs Zeigl. Da weiß man gar nicht, was es sein soll.“

Wer Erklärungen sucht hat es nicht immer leicht – auch im Südstadtpark stehen zwei mit der Bewachung der Kunstwerke beauftragten Menschen … „Ob da jetzt was fehlt, oder ob das so gehört – keine Ahnung. Da müssen wir selber mal in der Bretterbude am Aufseßplatz fragen.“ Doch die hat zu.

Dem zehnjährigen Michael gefällt die Skulpturenausstellung auch ohne Erklärung: „Ich find’s gut, dass hier die Kunst-Sachen rumstehen. Am besten gefällt mir das bunte mit den Scheiben zum durchgucken (die Weltenbrille von Georg Mayerhanser). Insgesamt ist das alles mehr zum Anschauen als zum Spielen – auch wenn bei einem Spielzeugautos dabei sind. Wenn jemand die Kunstwerke kaputt macht, finde ich das nicht gut. Aber ich weiß auch nicht, was man dagegen machen kann.

Auch der 60-jährige Werner Wagner ist auf dem Aufseßplatz unterwegs – wenn auch nicht in erster Linie wegen … ja selbst Künstler – Schriftenmaler. Ich kann über ein dutzend Schriftarten in Spiegelschrift schreiben. Aber immer weniger Leute verwenden handgemalte Schriften, obwohl sie viele Vorteile haben, etwa haltbarer und persönlicher sind. Deshalb kann ich nicht mehr davon leben und sammle jetzt Pfandflaschen. Damit verdiene ich mindestens acht Euro am Tag. Die Kunstwerke sind mir eigentlich egal.“

Bis auf eines: Das große Bratwurstherz von Angelika Reinecke: „Da steht nämlich auf der Rückseite „SEX AUF KRAUT“. Kunst hin oder her – das ist falsch! Das müsste eigentlich „SECHS MIT KRAUT“ heißen. Denn am Anfang stand das neben der Imbissbude. Und da haben sich die Damen dort total geschämt, weil es durch die Schrift so aussah, als gäbe es hier käufliche Liebe. Aber dann haben wir uns an die Stadt gewandt und die haben das Kunstwerk weiter weg vom Imbissstand gestellt.“

Manche Kunstwerke haben dagegen unerwartete praktische Vorteile – zum Beispiel die Skulptur „Auf verschlungenen Wegen“ von Remo Leghissa, die direkt bei der Hof-Einfahrt von Radio Z am Kopernikusplatz steht: „Hier wurde sonst immer wild geparkt. Seit dieses spannende moderne Werk da steht geht das nicht mehr!“, lacht Syl Glawion vom Vorstand des Alternativsenders und langjährige Südstadtbewohnerin.

„Ich habe mich total gefreut, dass Kunst in die Südstadt gebracht wird. Denn die Leute hier sind etwas anders – die meisten würden nie in ein Museum gehen. Es wäre nur schön, wenn man etwas mehr über die Hintergründe zu den Werken erfahren würde, etwa durch eine ausführliche Infotafel. Dann würden es die Leute vielleicht auch besser annehmen.

Mich wundert es nicht, dass es Zerstörungen gab, aber es ärgert mich, dass gleich wieder von islamischen Fundamentalisten die Rede war – das können genauso gut Kinder gewesen sein.“ Für ihren Sender ist die Kunstaktion natürlich auch ein Thema: „Das nächste Mal berichten wir am Mittwoch … zin Stoffwexl zwischen 16 und 18 Uhr über die Haltestelle Kunst.“ Syls persönliches Lieblingskunstwerk ist übrigens nicht die autoscheuchende Metallschlange von Leghissa, sondern die afrikanisch anmutenden Frauen mit den dicken Bäuchen von Ingrid Dickschat-Lorenz!“

Die stehen ein paar Meter weiter südlich genau vor dem kleinen Buchladen von Steffen Beutel am Kopernikusplatz: „Ich finde das eine gelungene Aktion“, meint dieser. „Ich seh das ja immer von meinem Fenster aus: Die Leute bleiben wirklich stehen und schauen sich die Sachen an. Ich hab auch nur positive Reaktionen gehört – Die Kunst belebt das Viertel und macht es spannender.

Dass einer über die Werke gemeckert hat, hab ich bisher nicht erlebt. Deswegen finde ich auch, dass man die Vandalismus-Vorfälle nicht so an die große Glocke hängen sollte: Zerstörungen gibt es überall, das ist nicht typisch Südstadt. Ich glaube, die Leute werden die Kunstwerke vermissen, wenn sie weg sind.“

NZ-Foto-Galerie

NZ-Foto-Galerie

Nürnberger Zeitung vom 18.07.07

Was Südstädter über die Haltestelle Kunst denken – Viel Lob und wenig Kritik

Haltestelle Kunst: Nachdem die Skulpturen in der Südstadt durch mutwillige Zerstörungen zuerst vor allem traurige Schlagzeilen machten, lockt der Kunstweg nun immer mehr Leute zum Bummeln, Schauen und Rätseln. Auch der Stadtanzeiger folgte den gelben Fußspuren durch die Südstadt und fragte Anwohner und Passanten, was sie von der Kunstaktion im Stadtteil halten.

Mit kritischem Blick gehen Elfriede und ihr Mann entlang der mit gelben Füßen markierten Route der „Haltestelle Kunst“ und ordnen die hier aufgestellten Werke ein: „Es ist schön, wenn man versteht, was es sein soll, wie etwa bei dieser Feuersäule von Mirko Siakko-Flodin hier“, urteilt das Ehepaar aus der Südstadt. „Aber anderes hätten sie sich auch sparen können“ – sie deuten auf die abstrakte Betonstahlskulptur von Dan Richter-Levin: „Das is einfach a gaglichs Zeigl. Da weiß man gar nicht, was es sein soll.“

Wer Erklärungen sucht hat es nicht immer leicht – auch im Südstadtpark stehen zwei mit der Bewachung der Kunstwerke beauftragten Menschen … „Ob da jetzt was fehlt, oder ob das so gehört – keine Ahnung. Da müssen wir selber mal in der Bretterbude am Aufseßplatz fragen.“ Doch die hat zu.

Dem zehnjährigen Michael gefällt die Skulpturenausstellung auch ohne Erklärung: „Ich find’s gut, dass hier die Kunst-Sachen rumstehen. Am besten gefällt mir das bunte mit den Scheiben zum durchgucken (die Weltenbrille von Georg Mayerhanser). Insgesamt ist das alles mehr zum Anschauen als zum Spielen – auch wenn bei einem Spielzeugautos dabei sind. Wenn jemand die Kunstwerke kaputt macht, finde ich das nicht gut. Aber ich weiß auch nicht, was man dagegen machen kann.

Auch der 60-jährige Werner Wagner ist auf dem Aufseßplatz unterwegs – wenn auch nicht in erster Linie wegen … ja selbst Künstler – Schriftenmaler. Ich kann über ein dutzend Schriftarten in Spiegelschrift schreiben. Aber immer weniger Leute verwenden handgemalte Schriften, obwohl sie viele Vorteile haben, etwa haltbarer und persönlicher sind. Deshalb kann ich nicht mehr davon leben und sammle jetzt Pfandflaschen. Damit verdiene ich mindestens acht Euro am Tag. Die Kunstwerke sind mir eigentlich egal.“

Bis auf eines: Das große Bratwurstherz von Angelika Reinecke: „Da steht nämlich auf der Rückseite „SEX AUF KRAUT“. Kunst hin oder her – das ist falsch! Das müsste eigentlich „SECHS MIT KRAUT“ heißen. Denn am Anfang stand das neben der Imbissbude. Und da haben sich die Damen dort total geschämt, weil es durch die Schrift so aussah, als gäbe es hier käufliche Liebe. Aber dann haben wir uns an die Stadt gewandt und die haben das Kunstwerk weiter weg vom Imbissstand gestellt.“

Manche Kunstwerke haben dagegen unerwartete praktische Vorteile – zum Beispiel die Skulptur „Auf verschlungenen Wegen“ von Remo Leghissa, die direkt bei der Hof-Einfahrt von Radio Z am Kopernikusplatz steht: „Hier wurde sonst immer wild geparkt. Seit dieses spannende moderne Werk da steht geht das nicht mehr!“, lacht Syl Glawion vom Vorstand des Alternativsenders und langjährige Südstadtbewohnerin.

„Ich habe mich total gefreut, dass Kunst in die Südstadt gebracht wird. Denn die Leute hier sind etwas anders – die meisten würden nie in ein Museum gehen. Es wäre nur schön, wenn man etwas mehr über die Hintergründe zu den Werken erfahren würde, etwa durch eine ausführliche Infotafel. Dann würden es die Leute vielleicht auch besser annehmen.

Mich wundert es nicht, dass es Zerstörungen gab, aber es ärgert mich, dass gleich wieder von islamischen Fundamentalisten die Rede war – das können genauso gut Kinder gewesen sein.“ Für ihren Sender ist die Kunstaktion natürlich auch ein Thema: „Das nächste Mal berichten wir am Mittwoch … zin Stoffwexl zwischen 16 und 18 Uhr über die Haltestelle Kunst.“ Syls persönliches Lieblingskunstwerk ist übrigens nicht die autoscheuchende Metallschlange von Leghissa, sondern die afrikanisch anmutenden Frauen mit den dicken Bäuchen von Ingrid Dickschat-Lorenz!“

Die stehen ein paar Meter weiter südlich genau vor dem kleinen Buchladen von Steffen Beutel am Kopernikusplatz: „Ich finde das eine gelungene Aktion“, meint dieser. „Ich seh das ja immer von meinem Fenster aus: Die Leute bleiben wirklich stehen und schauen sich die Sachen an. Ich hab auch nur positive Reaktionen gehört – Die Kunst belebt das Viertel und macht es spannender.

Dass einer über die Werke gemeckert hat, hab ich bisher nicht erlebt. Deswegen finde ich auch, dass man die Vandalismus-Vorfälle nicht so an die große Glocke hängen sollte: Zerstörungen gibt es überall, das ist nicht typisch Südstadt. Ich glaube, die Leute werden die Kunstwerke vermissen, wenn sie weg sind.“

Figuren voller Kraft und Vitalität

Figuren voller Kraft und Vitalität

 

Fast schon liebevoll umfasst Ingrid
Dickschat-Lorenz eine ihrer bunten Figuren.
(Foto: Stukowski)

Bocholter Borkener Volksblatt vom 04.06.07

INFO  Ingrid Dickschat-Lorenz

Seit 20 Jahren ist die Rhederin als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in Keramikarbeiten und in der Malerei. Bei ihrem erdhaften bodennahen Stil verzichtet sie auf den Einsatz einer Drehscheibe.

Zum 20-jährigen Berufsjubiläum lud die Künstlerin Ingrid Dickschat-Lorenz am Wochenende gemeinsam mit fünf Kollegen zu einer Ausstellung ein. Die Besucher konnten bunte Tonfiguren, Sandstein-Skulpturen, aber auch Hüte, Schmuck und Geschichten und Gedichte auf sich wirken lassen.

Von Michael Stukowski

Rhede Auch nach zwanzig Jahren haben die Keramikarbeiten von INgrid Dickschat-Lorenz, die jeweils in minutiöser Kleinarbeit Schicht für Schicht entstanden sind, nichts von der Frische und Vitalität verloren. Ihre Tonfiguren strotzen geradezu vor Kraft. Erdverbunden und besonders in der unteren Hälfte voluminös angelegt, verjüngen sich ihre Formen zur Spitze hin. „Die Antenne nach oben“, wie die Künstlerin sagt, kommt in fast allen ihren Arbeiten klar zum Ausdruck.

Neben der Kontrasthaftigkeit fallen besonders die satten Farben auf. Die Figuren leuchten so stark, dass man sie selbst aus großer Entfernung nicht übersehen kann. Und sie deuten mit ihren Haltungen und Gesten eine Dynamik an, die ganz unterschiedliche Geschichten erzählt und die Fantasie des Betrachters lockt.

„Mit allen Sinnen“ heißt die Ausstellung, die die Rheder Künstlerin zu ihrem 20-jährigen Berufsjubiläum jetzt zusammen mit fünf Kollegen präsentierte. Im Vorgarten ihres Atelierhauses am Lönsweg fallen dem Besucher sofort die großen Skulpturen und Köpfe auf, die der Weseler Bildhauer Hans-Christoph Hoppe aus Sandstein geschaffen hat. Geronnenes Leben ist in den Gesichtern sichtbar, als hätte sich das einzelne Schicksal tief in die Konturen eingraviert. Auch die Falten, Dellen und Narben tragen zu dem unverwechselbaren Charme bei. Oft muten die Gesichtszüge wie eingefallen an. Die knorrigen Nasen und kräftigen Kinnpartien erscheinen wuchtig, während die Lippen häufig leicht geöffnet sind, als wären dort einzelne Kommentare verewigt.

Nicht minder fantasievoll sind die pfiffigen Hut-Kreationen von Petra Grenz (Gelsenkirchen). Das beweisen schon Namen wie „Lakritzen, grenzüberschreitend“ oder der „Planetentraum“. Den Wendehut „Dürer“, den die Künstlerin dem berühmten Maler gewidmet hat, kann man bei unterschiedlichen Anlässen und Stimmungen tragen, indem man einfach sein Innenfutter nach außen drückt und somit einen anderen Hut erhält.

Die Kopfbedeckungen bestehen aus so unterschiedlichen Materialien wie Kunstseide oder Hahnenfedern und kosten zwischen 45 und 750 Euro. So filigran wie die Schmuckstücke der Arnheimer Goldschmiedin Nadine Fillies, die ebenfalls zu sehen war, fielen auch die Geschichten und Gedichte von Gea Runte aus. Unter dem Titel „Ein Liter Literatur“ las die Rhederin aus ihrem Werk vor. Das kleine Figurentheater, das Elke Friedling (Reken) im Garten zeigte, erfreute dagegen die jungen und älteren Besucher gleichermaßen.