Corona, ver-rückte Zeiten

Corona, ver-rückte Zeiten

Als freischaffende Künstlerin, die seit fast 33 Jahren von ihrer Arbeit lebt, ist die Situation nicht gerade toll und sicherlich auch mit Ängsten verbunden.

Da ich in erster Linie von meinen Töpferkursen und Workshops lebe und diese hier im eigenen Atelier abhalte, traf auch mich die Corona – Krise mit voller Wucht.

Wie ich den ersten Kursteilnehmern absagen musste, hatte ich Tränen in den Augen,

ooooh ist mir das schwer gefallen!

Letztendlich habe ich etwa 45 Kursteilnehmer angerufen und mich erst einmal für 2 Wochen von ihnen verabschiedet…. daraus sind dann 5 Wochen geworden.

Ja und dann kam die Zeit des Genießens:

Endlich mal Zeit für den Garten, wow. Neue Skulpturen / Plastiken aufbauen, die Beete auf links ziehen, Abende auf der Terrasse mit leckerem Rotwein…. wird aber auch irgendwann langweilig.

Und dann juckte es nach 2 Wochen in den Fingern, ich musste unbedingt töpfern, etwas Großes, etwas zum Thema CORONA.

Wie ich angefangen habe, an der neuen keramischen Plastik zu arbeiten, war ich wie im Fieber, es konnte gar nicht schnell genug gehen! Nach einer erneuten ausgiebigen Gartenphase, war die Basis der Plastik angetrocknet und so konnte ich weiter aufbauen, Stunde um Stunde.

Meine Hände haben meine Gedanken und Gefühle an den Ton weitergegeben, geradezu symbiotisch.

Am 22. April 2020 ist meine neue Arbeit fertig geworden mit einer Endhöhe von 179 cm. Titel: Corona, ver – rückte Zeiten.

 

Inzwischen gebe ich wieder Töpferkurse mt 2 – 3 Personen pro Nachmittag und Abend, natürlich mit Sicherheitsabstand, Mundschutz usw. Auch irgendwie stressig, aber ich wollte auf gar keinen Fall den Kontakt zu meinen lieben Kursteilnehmern verlieren… ja und Geld verdienen muß ich auch.

Meine Frühsommerausstellung hier im Haus, Atelier und Garten, habe ich auch erst mal abgesagt. Vielleicht klappt es ja im August oder September, bitte Daumen drücken!

Die neue keramische Plastik muß nun ca. 2 Monate trocknen; danach brennen, glasieren und noch einmal frostsicher brennen.

Ich werde sie in unserem Garten aufbauen, für alle Menschen sichtbar, für Jeden frei interpretierbar…. für mich eine Warnung unserer Erde, mit ihrer wunderschönen Tier- und Pflanzenwelt. Mit erhobenem Finger zeigt uns ein kleiner Virus, das nichts mehr so wird, wie es mal war. Wir müssen nur noch lernen, das zu akzeptieren!!!

 

Eure Ingrid Dickschat-Lorenz

 

 

 

 

 

Mal-und Töpferworkshops

Mal-und Töpferworkshops

Auch 2020 biete ich wieder Mal-und Töpferworkshops im atelier KM an:

Samstag: 25.01.2020 / 10.00 – 17.00 Uhr belegt!
Samstag: 29.02.2020 / 10.00 – 17.00 Uhr belegt!
Samstag: 28.03.2020 / 10.00 – 17.00 Uhr belegt!
Samstag: 25.04.2020 / 10.00 – 17.00 Uhr belegt!

 

 

 

 

Meine neue Ausstellung bei ART zeitweilig Nordstr. 39 Bocholt

Meine neue Ausstellung bei ART zeitweilig Nordstr. 39 Bocholt

Zur Vernissage gab es eine Überraschung für mich. Günter Neuenhofer hat zu zwei keramischen Plastiken von mir Gedichte geschrieben und diese vorgetragen.
Herzlichen Dank.
Die Ausstellung läuft bis Ende Dezember 2018 und ist immer samstags von 11.00 bis 13.30 Uhr geöffnet.

„Die Kriegerin“

Wer vast hier adventlich
durchs Land,

invasiv getöpfert
irden geerdet geschrüht
gesintert glasiert:

die Amazonenkönigin

vervast gesichtslos
verbastig verschlossen
menschenverachtend

erotisch drapiert
moralisch minimiert

geistert sie blutvoll
matriarchalisch,

ein Farbspiel
für Kunst und Ästheten.

 

 

 

„Zwischen Himmel und Erde“

Armes Ding
mausig geschützt
unter dem Wellenberg.

Höre die Posaune
deine Pfeiler
pferdefüßig gestützt
apokalyptisch gelinkt.

Gib acht:
Noahs Arche ist nicht
das Himmelszelt !

Bauzaunprojekt in Bocholt

Bauzaunprojekt in Bocholt

Heute haben wir in Bocholt meine Installation am Bauzaun der Stadtsparkasse angebracht. Grundlage meines neuen Werkes ist das 2,80 Meter lange Leinengewebe, das ich bei der fKK – Ausstellung: Schluss.. bemalt habe. Am letzten Tag der Ausstellung durften die Besucher sich “ Erinnerungs „- Punkte herausschneiden, die ich nun durch glasierte Tonscheiben ersetzt habe. Das Gewebe ist auf Multiplexplatten geklebt  und beidseitig mit einem Kunstharzlack gestrichen worden. Somit ist die Installation auch wetterfest.